Mittwoch, 20. Oktober 1999, 19.30 Uhr
Donnerstag 21. Oktober 1999, 19.30 Uhr

Bruckner Konservatorium, Jergersaal

ORPHEUS UND EURYDIKE

Oper von Christoph Willibald Gluck

Musikalische Leitung: Ingo Ingensand
Regie: Felix Dieckmann - Lichtdesign: Manfred Krenn
Kostüme: Ehrentraud Gasser - Choreographie: Esther Linley
Chor: Die Gesangsklasse W. J. Fischer der LMS Pregarten
(Einstudierung: Walter Johannes Fischer)

Orchester des Bruckner Konservatoriums
(Einstudierung: Josef Sabaini)

Orpheus: Daniela Böhm-Damkier / Irene Mittmann / Andrea Pözlberger
Eurydike: Marianne Geßwagner / Marianne Steinhuber / Donata Wilhelm
Amor: Christiane Bähr / Rieko Sakamoto / Rosemarie Schobersberger /

Eine dritte Aufführung findet am 22. Oktober 1999, 19.30 Uhr, in Schloß Hagenberg statt

"SOLLST BLICKE VERMEIDEN!" WARUM?
Von Felix Dieckmann

Auf der Bühne ein Aufstrebendes, schräg gestelltes Dreieck. Eine Welt ist aus ihrem Lot geraten:

Orpheus hat seine über alles geliebte Eurydike verloren, und nur Gott Amor weiß bitteren Rat. Die Götter bieten eine Wette an: Wenn Orpheus durch alle Schrecken der Welt geht, ohne Eurydike liebend oder helfend anzuschauen und somit bereit ist, ihr die Hölle auf Erden zu bereiten, soll er seine Frau wiedergewinnen.

Was soll das?

Für mich bedeutet die Metapher des "Nicht-Ansehen-Dürfens" in der konkreten Spielsituation der Oper, dass Orpheus seine über alles geliebte Frau, die er auf Händen tragen und auf Rosen betten möchte, zu behandeln hat, als sei sie sein Putzfetzen, ein Nichts, das er in übler MachoManier schikaniert.

Und gerade diese Situation, diese nicht mehr menschenwürdige Lage n i c h t aushalten zu können, rettet die Liebenden. Die Götter leiden mit und beenden ihr übles Spiel.