58. SonntagsFoyer – „Médée – Das klassische Drama von Liebe und Rache“ am 28.4.2019

58. SF 28.4.19 FleckensteinSDramaturgin Ira Goldbecher umriss einleitend zur Einführung in die Linzer Erstaufführung der Oper Médée (Medea) von Luigi Cherubini die zum Teil sehr unterschiedlichen Darstellungen der griechischen Halbgöttin und Zauberin Medea, die ihrem Geliebten und späteren Ehemann Iason zum Raub des Goldenen Vlies verhalf, einem sagenumwobenen Hirschfell, das Glück bringen und Unheil abwenden soll. Als Iason sie verstoßen hatte, wurde die von Rache getriebene Medea nach einigen psychischen und moralischen Tiefgängen letztlich sogar zur Mörderin.

Der Medea-Mythos wurde seit der Antike (z.B. Euripides) in zahlreichen Werken der Literatur aufgegriffen und dabei oft extrem umgestaltet. Szenen aus der Medea-Sage finden sich auch in der Ikonografie und Malerei wie etwa Medea mit Iason, der das Vlies ergreift, in einer Darstellung auf einem Sarkophag des 2. Jahrhunderts oder Medea vor dem Kindermord in mehreren Gemälden von Anselm Feuerbach. Zur näheren Erläuterung zeigte uns Ira Goldbecher eine umfassende Power Point Präsentation der unterschiedlichsten Medea-Darstellungen von der Antike bis zur Gegenwart.

Gemeinsam mit dem musikalischen Leiter Bruno Weil erläuterte sie die Oper Medée in kompositorischer Hinsicht. In der französischen Erstfassung wurde das Werk – wie damals üblich - mit gesprochenen Dialogen aufgeführt (Uraufführung 1797 im Theatre Feydeau in Paris), 1855 wurden diese jedoch von Franz Lachner durch Rezitative ersetzt, die 1865 von Luigi Arditi ins Italienische übersetzt wurden. Hervorragend „unterstützt“ von Samuele Sgambaro am Klavier erhielten wir allein schon durch die Ouvertüre einen Einblick in das gesamte Werk. Die Ouvertüre, die in der klassischen Sonatenform komponiert wurde, zeigt in ihrem dramatischen Hauptthema die rachsüchtige Medea, gefolgt von einem milden lyrischen Seitenthema, charakterisierend die liebevolle Mutter Medea, dazwischen die schwankende Medea mit rhetorischen Generalpausen, bis schließlich der hämmernde Schluss der Ouvertüre in f-Moll schon das tragische Ende der Oper erahnen lässt. Neben Samuele Sgambaro begeisterten uns Theresa Grabner mit der Arie der Dircé sowie Brigitte Geller und Matjaž Stopinšek mit der Arie der Medée und dem anschließenden Duett mit Iason.

Irene Jodl
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