56. SonntagsFoyer „Penthesilea - Ein musikalischer Kampf der Geschlechter“ am 17.2.2019

56. SF 17.2. Barth SAb 2.3.2019 darf sich das Linzer Theaterpublikum wieder auf eine Besonderheit freuen, die österreichische szenische Erstaufführung der Oper Penthesilea (Text und Musik von Othmar Schoeck nach dem gleichnamigen Trauerspiel von Heinrich von Kleist). Dazu gab es beim SF vom 17.2. eine mit Spannung erwartete Einführung, war doch gemeinsam mit Dirigent Leslie Suganandarajah der Regisseur des Stückes, Peter Konwitschny, zu Gast.

Nach einer kurzen Schilderung des Inhalts der Tragödie verglich Moderator Christoph Blitt das Leben der beiden „Schöpfer“ des Werkes, Heinrich von Kleist und Othmar Schoeck. Der im Oktober 1877 in Frankfurt/Oder als Sprössling einer deutschen Adelsfamilie geborene Kleist litt Zeit seines Lebens unter zahlreichen enttäuschenden Erfahrungen, Konflikten aufgrund seiner homosexuellen Neigung und seiner dauernden Unstetigkeit und beendete schließlich am 21.11.1811 am Stolper Loch in Berlin sein irdisches Dasein durch Suizid. Nicht frei von tragischen Überschattungen war auch der Werdegang des 1886 in Brunnen am Vierwaldstätter See geborenen Othmar Schoeck. Der grundsätzlich der Tradition der Spätromantik verhaftete, ursprünglich als konservativ geltende Künstler zählt heute zu den bedeutendsten Schweizer Komponisten.

Tragisch, aber nicht blutig endet im Linzer Musiktheater die Liebe der Amazonenkönigin Penthesilea zu ihrem politischen Feind, dem griechischen Krieger Achill. Peter Konwitschny, der 2018 von der Zeitschrift Opernwelt zum „Regisseur des Jahres“ gekürt wurde, gab einen kurzen Einblick in seine vom Prinzip der Verfremdung geprägte Inszenierung, bei der – abgeleitet von der Partitur - zwei Klavierflügel, die auf der Bühne hin- und hergeschoben werden können und unter denen man sich verstecken und auf denen man liegen kann, eine besondere Rolle spielen. Leslie Suganandarajah, der musikalische Leiter der Aufführungen, umriss die orchestrale Ausstattung und die damit erzielten Klangfarben. Neben der instrumentalen Besetzung kommt dem Chor eine besondere Bedeutung bei. Durch ihn soll die gescheiterte Liebe der beiden politischen Gegner eine Form der Öffentlichkeit erhalten und zu einem Politikum werden („Den politischen Feind darf man nicht lieben, sonst verrät man das Land“). In musikalischer Hinsicht überzeugten die stimmgewaltige Dshamilja Kaiser als Penthesilea, die auch über ihre Einschätzung des Charakters der Titelfigur Auskunft gab, und Julia Borchert als Prothoe. Am Klavier begleitet von Samuele Sgambaro servierten sie uns mit den Liedern „Nun, wie du willst“, „Heran, ihr sieggekrönten Jungfrauen jetzt“ und der Schlussszene der Penthesilea „Denn jetzt steig ich in meinem Busen nieder“ eindrucksvolle und dementsprechend viel bejubelte musikalische Kostproben.

Irene Jodl
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