Konzertausflug zum Liszt Festival Raiding am 17. und 18. März 2018

Raiding Skopec Basta SDas Liszt Trio Wien spielte in unterschiedlicher Besetzung Werke von Adrien-Francois Servais, Frédéric Chopin, Henryk Wieniawski und zweimal von Franz Liszt.

Eine an Höhepunkten reiche Reise war der musikalische „Frühlings“-Ausflug ins tief verschneite Mittelburgenland. Als die Musiktheaterfreunde am Samstagabend den Veranstaltungsort Raiding erreichten, fiel die Nachbarschaft des modernen Kubus des Konzerthauses zum barocken Geburtshaus des Komponisten Franz Liszt sogleich auf.

Im „Kleinen Saal“ für die Einführungsvorträge – exklusiv zugänglich für die Mitglieder des Liszt Vereins, die Abonnenten und (!) die Musiktheaterfreunde aus Linz – wiederum ein Erleben von „Alt“ und „Neu“: aus „berufenem“ Munde erfuhren die Zuhörer von Liszts Muse Carolyne zu Sayn-Wittgenstein und der von ihr in die Beziehung mitgebrachte Tochter Marie. Prinzessin Marie heiratete 1859 Prinz Konstantin zu Hohenlohe-Schillingsfürst; ihr Mann und sie wurden so zu Ururgroßeltern der Brüder Karl Hohenlohe und Konstantin Hohenlohe zu Schillingsfürst, die vor dem staunenden Konzertpublikum in anschaulicher Weise eine Verbindungslinie von ihrer adeligen Herkunft zum genialischen Komponisten Franz Liszt zogen. Die hochintelligente Prinzessin Carolyne, die sehr jung in die Adelsfamilie Sayn-Wittgenstein einheiraten musste, sich aber am liebsten bald wieder von ihrem Ehemann losgesagt hätte (was ihr nicht gelungen ist), war 40 Jahre ihres Lebens viel mehr als nur Franz Liszts Gefährtin; viele Werke von Franz Liszt (1811 – 1886) wären ohne diese selbstbewusste Frau an seiner Seite nicht entstanden.


Die Geigerin Karin Adam, der Cellist Othmar Müller und die Pianistin Barbara Moser überraschten dann im großen Saal mit Holz an Decke und Wänden (600 Sitzplätze!) mit einem Konzertprogramm, das wie extra auf die „Freunde des Linzer Musiktheaters“ zugeschnitten schien! Es erklang Opernhaftes in Franz Liszts Rigoletto-Paraphrase, in Wieniawskis Fantasie über Themen aus Gounods „Faust“ und in Servais‘ Fantasie und Variationen über Themen aus „La fille du régiment“ von Donizetti.

Am Vormittag des 18. März dann wiederum Sonderprogramm für die Musiktheaterfreunde. Die renommierte, international bekannte Pianistin Barbara Moser führte uns durch die Räume des Liszt-Museums. Sie beließ es nicht dabei, uns über Liszts frühe Liaison anhand von Bildern aufzuklären – die aus der Beziehung mit der verheirateten Gräfin Marie d’Agoult hervorgegangene Tochter Cosima heiratete ja bekanntlich Richard Wagner - , sondern setzte sich auch an den Erard-Flügel, auf dem Liszt etwa um 1850 gespielt hatte. Es war atemberaubend, die Pianistin aus nächster Nähe virtuos die am Vortag auf einem modernen Klavier gespielte Rigoletto-Paraphrase wiederholen zu hören! Auf einem Klavier, so Barbara Moser, deren schwarze und weiße Tasten enger zueinander als in heutigen Klavieren angeordnet seien. Und, so fuhr sie fort, „sich beim Spielen selber zuhören“ dürfe sie nicht, sie müsse rein mechanisch die Tasten anschlagen, weil das Klavier nicht auf den Kammerton „a“ einzustimmen sei.

50 Jahre Franz Liszt Verein und 10 Jahre Intendanz durch das pianistische Brüderpaar Eduard und Johannes Kutrowatz (das uns liebenswürdigst begrüßt hatte!) sind der Anlass für das Liszt Festival, dieses Jahr Konzerte mit besonders hochkarätigen Künstlern anzubieten. Und wir, die „Freunde des Linzer Musiktheaters“, durften bei einem dieser Konzerte dabei sein. Peter und Henriette Rieders Wagnis, zu einer Musikreisen-Premiere einzuladen – keine große Oper sondern Instrumentalmusik stand am Programm –, war voll aufgegangen!

HEIDE STOCKINGER
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